Out of Winterschlaf

Nachdem tAMtAM in den letzten Wochen kurzzeitig novembrig hinweggeschnarchte, folgt nun der absolute Minus-Fünfundzwanzig-auf-Hundert-Kaltstart:

Das Theater Heidelberg veranstaltet nach dreijähriger Sanierung eine Art Countdown zur Wiedereröffnung („live und in HD“), weshalb tAMtAM am 17. November in den allertiefsten Süden exkursioniert ist, um allerlei deutschen Theaterkram zu daten:

In HD (yeah!) führt tAMtAM entzückende Gespräche mit weltoffenen Heidelbergern. Die Themen sind (Auswahl): Wegziehen, Wohnen Bleiben, Ostdeutschland, Kontostände, Entbindungsstationen in Berlin, WGs, Frankreich, Friedrichshain.

Das Einweihungskonzept an diesem Samstag funktioniert so: Aus ganz Deutschland schicken die Theater einige Schauspieler vorbei, die für lau eine Szene von jeweils etwa 15 Minuten spielen – alles zu Ehren des neuen Theaters. In Vierer-Blöcken zusammengefasst ergibt das je einstündige Vorstellungen, für die der Heidelberger Theaterfreund drei Euro löhnen muss. Der Andrang ist groß; zwischen 11 und 18 Uhr zählen die HDs über 1500 Menschen.

Schick von außen… Foto © tAMtAM berlin

tAMtAM erwischt den Vorstellungsblock mit dem Theater Osnabrück, dem Theater Oberhausen, dem Deutschen Theater Berlin und dem Theater Augsburg. Nach einer gruseligen Choreographie von William Forsythe (pseudo-zeitgenössisches Ballett im gelben Neon-Röckchen) folgt eine Persiflage auf Gogols „Revisor“ inklusive ausgestrecktem Zeigefinger auf deutsche Kulturpolitik. Das DT schickt Bernd Moss vorbei, der in einem anfangs sehr kurzweiligen und nach vierzehneinhalb Minuten sehr zähen Klemmi-Solo auf der Bühne ein katastrophales Gartenfest zusammenassoziiert. Über den Brel-Verschnitt am Ende möchte tAMtAM hier lieber nichts sagen.

… holzig von innen. Foto © tAMtAM berlin.

Ausdrücklich empfehlen kann tAMtAM die Szenen vor dem Theater, wenn der Abenddienstmensch wildfremde Passanten anspringt und sie fragt, ob sie auch „zu Friedrich“ wollen (das ist ein Theatersaal). Die könnten in der Art noch öfters stattfinden und das Tollste – sie kosten absolut nichts.

 

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